Flow – spielerisch Arbeiten…

Athleten, Kampfsportler, Musiker, Tänzer… beschreiben einen verwandelten, magisch anmutenden Zustand, in dem außerordentliche Leistungen möglich, ja sogar leicht sind. Sie nennen ihn die Zone (Flow). In der Zone erreichen sie ihre persönliche Bestform wie von selbst. Leistungen, die an Wunder grenzen, sind in der Zone normal und natürlich. Forscher nennen diesen optimalen Leistungszustand „Flow“, Kinder nennen ihn Spiel.
/ Neue Kinder, neue Eltern, Joseph Chilton Pearce, 2003/

Was ist Flow?

Wir alle erleben Momente, in denen wir in unserer Tätigkeit aufgehen und dabei sehr wohl fühlen. Im Sport wird dieser “Flow”-Zustand oft bemerkt und gesucht; es ist aber so, dass jede alltägliche Erfahrung wie ein schöner Spaziergang, eine Sandburg am Strand bauen oder eine kreative als auch einfache Arbeit in einen Flow führen kann – als eine Zustandserfahrung im Alltag. Die Anlage dazu pulsiert ganz natürlich in uns, denn das wunderbare Gefühl des Flow ist als „Belohnung“ der Natur für ein evolutionär „sinnvolles“ Explorationsverhalten (Entdeckungslust) angelegt (so die Entdeckungen in der Evolutionären Emotionsforschung).

Erkennbar ist das Eintreten in diese Zone dadurch, dass eine (angenehme) Selbst- und Zeitvergessenheit eintritt: der Mensch geht ganz in der Beschäftigung auf. Die Bewegungs- oder Gedankenabläufe werden in einer harmonischen Einheit mühelos – ja spielerisch – erledigt. Mihaly Csikszentmihalyi (ein Professor für Psychologie an der University of Chicago) hatte die Flow-Theorie mit Bezug auf Risikosportarten entwickelt und festgestellt, wie wichtig es ist, dass die Tätigkeit spielerisch ist – nicht etwa im Sinne von „trivial oder nicht ernst zu nehmen“, sondern in dem Sinne, dass „der Mensch, der sie vollzieht, kreativ und gestalterisch wirkt, […] darin aufgeht und darin seinen freien Ausdruck findet“ (Mihaly Csikszentmihalyi: Flow – der Weg zum Glück).

Wege zum Flow

Die Zone befindet sich im weiten Spektrum zwischen Unter- und Überforderung. Einige Betätigungen eignen sich besser dazu, um in den Geschmack des Flow zu kommen, so wie Laufen – Bereiche der sportlichen Betätigung oder kreative Arbeit.
Die Rahmenbedingungen wirken sich ebenfalls aus: Stille begünstigt und Ablenkungen behindern dein Eintritt in die Zone.

Bei Erlebnissen die “unter die Haut gehen”, bei Begeisterung also, stellt sich ein Flow ganz natürlich ein. Es ist daher ganz grundlegend, welche Betätigung und natürlich welche Arbeit wir wählen, um in dem was wir tun begeistert zu sein. Die Begeisterungsfähigkeit wiederum nimmt zu, wenn wir uns öfter begeisternden Tätigkeiten hingeben – diese überhaupt suchen und wenn wir mit inspirierenden Menschen zusammen sind. Auch dies haben wir letztlich in unserer Hand.
Aus den vorbeschriebenen Rahmenbedingungen {Stille//Ablenkung} ergeben sich jedoch auch zwei Ansatzpunkte, um den Flow auch in die tendenziell weniger begeisternden Arbeiten zu finden und hierin liegt ja die Herausforderung und Kunst:

  1. Suche Zeiten und Orte, an denen du wenig Ablenkung ausgesetzt bist und nehme dir von vornherein vor, der Beschäftigung einfach bis zu einer bestimmten Uhrzeit nachzugehen und dich durch nichts ablenken zu lassen, stelle das Telefon ab usw.
    Je öfter es dir gelingt, um so größer ist die Fähigkeit, es wieder zu schaffen: Das Erreichen des Flows feuert weiteren Flow an.
  2. Kultiviere deine Achtsamkeit (Fokus) oder meditiere oder gehe einem Sport nach, der dich in “die Zone” bringt. Fokus bedeutet weniger anfällig für Ablenkung zu sein und führt in den Flow.

Auch wenn sich die Ablenkungen in unserer Kultur verbreitet haben (in der digitalen Welt ist sie nur einen klick/hyperlink weit entfernt) – so ist es dennoch möglich, den Fokus wieder zu erlangen. Wenn das bei einzelnen Tätigkeiten – egal welche – gelingt, wird sich diese natürliche Fähigkeit verstärken und verbreiten.